Nummer: 2112 Erschienen: 12.02.2002   Kalenderwoche: 7 Seiten: 63 Innenillus: 1 Preis: DM Preis seit 2001 in €: 1,65 €

Verschollen in Tradom
Der Landesherr von Pombar - unter Piraten und Valentern
Uwe Anton     

Zyklus:  

32 - Das Reich Tradom - Hefte: 2100 - 2199 - Handlungszeit: 1311 - 1312 NGZ (4898 - 4899 n.Chr.) - Handlungsebene:

Großzyklus:  08 - Thoregon / Hefte: 1800 - 2199 / Zyklen: 27 - 32 / Handlungszeit: 1288 NGZ (4875 n.Chr.) - 1312 NGZ (4899 n.Chr.)
Örtlichkeiten: Tradom               
Zeitraum: 1311 NGZ
Hardcover:
Goldedition:
Leihbuch:
EAN 1: 4199124601654
EAN 2: 22112
Ausstattung:  Report Nr.337 mit Datenblatt
Anmerkungen: 
Besonderheiten: 
"Seite 3"

Es ist ein seltsames Imperium, auf das Perry Rhodan mit der Besatzung der LEIF ERIKSSON im Herbst 1311 Neuer Galaktischer Zeitrechnung gestoßen ist: Das Reich Tradom erstreckt sich über mehrere Galaxien, befindet sich fast 400 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt und wird von einer großen Militärmacht beherrscht, die nun auch nach der Menschheitsgalaxis greift.
Durch das mysteriöse Sternenfenster kam Trah Rogue, ein Konquestor des Reiches, in die Milchstraße. Er forderte die Liga Freier Terraner ultimativ auf, dem Reich beizutreten. Perry Rhodan weigerte sich, und es kam zum Konflikt. In dessen Verlauf konnte das Raumschiff des Konquestors vernichtet werden - allerdings gelang Trah Rogue die Flucht.
Mittlerweile konnten zwei Raumschiffe aus der Milchstraße durch das Sternenfenster nach Tradom vorstoßen: der LEIF ERIKSSON unter Rhodans Kommando und die KARRIBO unter dem Befehl der Arkonidin Ascari da Vivo. Während die Galaktiker im Kugelsternhaufen Virginox - weitab der wichtigen Planeten des Reiches Tradom - eine geheime Basis errichten, schwärmen Beiboote aus, um die Galaxis zu erkunden.
So erschließt sich langsam ein Bild der fremden Sterneninsel. Doch dann scheint es, als sei ausgerechnet der Mausbiber Gucky VERSCHOLLEN IN TRADOM...

 
Die Hauptpersonen
Ikanema Two Der Landesherr von Pombar berichtet von seinem wechselvollen Leben
Perry Rhodan Der Terraner wartet auf die Rückkehr seiner Kundschafter
Ascarde Die Rishkanische Kara muss sich mit ihrem Gelübde auseinander setzen
Inckaz Die Kommandantin des Piratenschiffes zeichnet sich durch Brutalität aus

Allgemein
Titelbildzeichner: Ralph Voltz
Innenilluszeichner: Michael Wittmann   
Kommentar / Computer: Rainer Castor: Das Reich Tradom (I)
PR-Kommunikation: Der PR-Infotransmitter
Statistiken: Die Welt von PR - Einstiegshilfe / PR - 5.Auflage Heft 1010 / 1011
Witzrakete: Harry M.: Kontakt-Knilch - Ein Autogrammm bitte ! (Im Report)
Leserbriefe: Engelbert Motikat / W.Leitschuh / Oliver Faber / Frank L.Quednau / Michael Kahler
LKSgrafik:
Leserstory:
Rezensionen:
Lexikon - Folge:                            
Glossar: Cerxtro    Kasaten     Materieprojektive Segmente    Motim    Pombar    Prymbos    Renhaz - Philosophen   Schlomme    Thermostrahler    Ynkonit                               
Computerecke:
Preisauschreiben:
: -

Journal

Journaldaten: Nummer: / Seite:
Journalgrafik:
Journaltitel:
Journalnews:

Clubnachrichten / ab PR 3001 - Perry Rhodan-Fanszene
Clubdaten: Nummer:  / Seiten:
Clubgrafik:
Nachrichten:
Fanzines:
Magazine:
Fan-Romane:
Internet:
Veranstaltungen:
Sonstiges:

Report

Titelbild:


Reportdaten: Nummer: 337 - Seiten: 11
Cartoon : Rüsselmops, der Außerirdische (Folge 209) (Reinhard Habeck) / Harry M.: Kontakt-Knilch - Ein Autogrammm bitte !
Reporttitel: Hubert Haensel: Report-Intro / Dr.Robert Hector: 40 Jahre PR - Per Heftroman durch die Galaxis (Teil 2) / Raimund Peter: Mit- und ohne Zellaktivator
Reportgrafik: Matthias Hesse: The Cold One
Reportfanzines:

Reportriss:


Reportclubnachrichten:
Reportnews:
Reportvorschau: Verlagspublikationen März 2002
Reportriss: Andreas Weiß : TiFiTrans (Modell 101)

Innenillustrationen

Tradom - Sirt und Woslit
Zeichner:  Michael Wittmann  
Seite:23
© Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt


Ein Sirt stand einem Woslit gegenüber. Diese beiden Spezies gehörten zu den seltsamsten, die ich auf meinen wenigen Reisen jemals gesehen hatte.
Der Sirt war nur knapp über einen Meter groß. Er wirkte auf mich überaus unförmig, was allerdings daran lag, dass sein eigentlicher Körper unter einem klumpenförmigen Biopanzer verborgen war. Nur das Gesicht des Wesens ließ eine gewisse Mimik erahnen.
Und der Woslit bestand praktisch nur aus einem pyramidenförmigen Kopf, der von vier dicken Muskelsträngen getragen wurde und dem zahlreiche tentakelartige Auswüchse unterschiedlicher Größe entsprossen. Zwei kreisrunde Augen saßen auf etwas dickeren Auswüchsen, die sich in Richtung des Sirts drehten.


Zeichner:  
Seite:
© Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt



Zeichner:
Seite:
� Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt



Zeichner:
Seite:
© Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt



Zeichner:
Seite:
© Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt



Zeichner:
Seite:
© Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt



Zeicher:
Seite:
© Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt


 

 
 
 
Inhaltsangabe

Während sich die Terraner und Arkoniden auf dem Planeten Jankar einrichten und ihre beiden Flaggschiffe in eilig eingerichteten, unterirdischen Hangars verbergen, wächst Rhodans Sorge über den überfälligen Erkundungskreuzer PHÖNIX. An Bord des Schiffes befinden sich unter anderem Gucky und die beiden USO KATSUGOS TOMCAT und SHECAT. Rhodan weiß über die Gefahren die in der fremden Galaxis Tradom lauern können und gibt sich selbst einen letzten Tag Wartefrist. Dann, so beschließt Rhodan, werden Suchkommandos losgeschickt.

Zur selben Zeit auf dem Planeten Pombar, in der Randregion Tradoms. Ikanema Two, der Landesherr des Planeten, hat eine wichtige Entscheidung getroffen. Er möchte sein Amt in die Hände eines seiner fünf Kinder legen, um seinen Lebensabend in Frieden zu verbringen und sich seinen eigentlichen Interessen zu widmen. Aus diesem Anlass gibt der Landesherr ein kleines Fest. Die Feier wird jedoch jäh von den Polizeikräften des Reiches unterbrochen. Das brutale Vorgehen der E'Valenter ist schockierend.  Sie stürmen die Versammlung, verhaften den Landesherren und seine Kinder und töten einige Anwesenden sowie die gesamte Palastwache.

Vom Anführer der E'Valenter werden Ikanema Two reichsfeindliche Aktivitäten vorgeworfen, eine Anschuldigung, die in Tradom meist mit der Todesstrafe geahndet wird. Die E'Valenter nehmen die ganze Regierungsfamilie mit und kündigen den baldigen Abtransport nach Sivkadam an. Sivkadem ist Ikanema Two ein Begriff, denn der Planet ist als die Folterwelt von Tradom bekannt. Für die Meisten ein Ort ohne Wiederkehr. Bis zum Abtransport werden der Landesherr und seine Kinder festgesetzt. Im Turmzimmer ihres Palastes warten sie auf ihren Abtransport. Während Ikanema Two von seinem Gefängnis aus den nahegelegenen Marktplatz beobachtet, bestürmen ihn seine Kinder mit Fragen zu den Vorwürfen der E'Valenter. Die Frage der Schuld wird gestellt und der Landesherr beantwortet sie mit ja.

Während er beginnt seine Geschichte zu erzählen, die in eine Zeit zurückführt, in der er selbst noch jung und ein Student war, beobachtet der Landesherr ein seltsames, pelziges Wesen, das sich unter Begleitung zweier, wuchtiger Roboter, über den Markt bewegt. Der Landesherr beobachtet die Ankömmlinge einen Moment, wird aber dann von seinen Kindern abgelenkt, die seine Geschichte hören wollen.

In der Vergangenheit: Ikanema Two besteigt die AUGENSTERN um seine Heimatwelt  zu verlassen. Sein Ziel ist der Planet Zaujanji, ein 90 Lichtjahre entfernter Planet, auf dem Ikanema Two sein Studium abschließen will. Die AUGENSTERN ist ein heruntergekommener Personenfrachter, an Bord Vertreter und Reisende aus vielen Nationen Tradoms. Der Komfort und die Ausstattung des Schiffes lässt schwer zu wünschen übrig, trotzdem beklagt sich der Pombare nicht. An Bord lernt Ikanema Two Ascarde kennen, eine weibliche,  Rishkanische Kara. Der junge Ikanema fühlt sich sofort zu der Philosophin hingezogen und beide führen ein nächtelanges Gespräch über alle möglichen Bereiche des Lebens. So bemerkten beide kaum wie die Zeit vergeht und die Reise voranschreitet.

Doch der beschaulichen Reise wird ein jähes Ende gesetzt, als Piraten das Reiseschiff überfallen. Grobschlächtige Wesen entern die AUGENSTERN und gehen mit äußerster Brutalität gegen die Reisenden vor. Viele der Passagiere werden einfach getötet. Andere, offenbar von den Piraten als nützlich befunden, gehen in die Gefangenschaft und Sklaverei. Unter den Gefangenen ist auch Ikanema Two, der auf dem Piratenschiff die Hölle erlebt. Körperliche und psychische Folter, brutale Gewalt und Erniedrigung sind von nun an der Alltag des jungen Pombaren. Seine besonderen, astronavigatorischen Fähigkeiten, die ihm bald einen Dienst in der Zentrale des Piratenschiffs einbringen, lindern sein Leid etwas. Gefahr für Leib und Leben besteht jedoch weiter. Eine Hoffnung auf Erlösung und Befreiung gibt es nicht und schon bald hat der Pombare vergessen, wie lange er sich schon in der Gewalt der Piraten befindet.

Dann, nach einer scheinbar endlos langen Zeit, ändert sich die Situation schlagartig. Das Piratenschiff wird von den Ordnungskräften Tradoms aufgebracht. Wie die Piraten die AUGENSTERN, so entern diesmal die E'Valenter das Piratenschiff. Wie Ikanema Two verbittert feststellen muss, gibt es kaum einen Unterschied im Ablauf der Ereignisse. Auch die E'Valenter töten die meisten Piraten und machen zu allem Übel kaum einen Unterschied zwischen Sklaven und den Piraten selbst. Am schlimmsten ist für den Pombaren die Erkenntnis, das die E'Valenter die Piraten nicht etwa der Gerechtigkeit wegen geentert haben, oder um die Gefangenen aus ihrer Pein zu befreien, sondern einzig weil der Kommandant der Piraten seine Tribute nicht geleistet hat. Erst als der Kommandant unter Todesfolter gesteht, das Ikanema Two ein Sklave ist und sich gegen seinen Willen an Bord des Piratenschiffes befindet, erleichtert sich Ikanema Twos Situation etwas. Die E'Valenter setzen den jungen Pombaren schließlich auf der nächstbesten Welt aus, ein Planet namens Aeusen XIV.

Aeusen XIV ist eine kalte und öde Welt, ein sehr unbehaglicher Ort. Als Ikanema Two am Rande einer großen Stadt abgesetzt wird, beobachtet er kurz darauf wie sich die Schiffe der E'Valenter über der Hauptstadt formieren. Dann traut der Pombare seinen Augen nicht! Die E'Valenter greifen die Stadt mit ihren Bordwaffen an und ebnen die Häuser ein! Aeusen XIV, offensichtlich eine Kolonie von Aufständischen gegen das Reich, erlebt seine letzten Minuten. Und genau auf diese Welt haben die E'Valenter den jungen Pombaren abgesetzt....

Jankar, 22.November 1311 NGZ: Noch immer ist die PHÖNIX nicht nach Jankar zurückgekehrt. Rhodan ist aufs äußerste beunruhigt. In 185.000 Lichtjahren Entfernung haben die terranischen Wissenschaftler ein strahlendes, energetisches Phänomen ausgemacht, einen PULS! Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat man das Zentrum des fremden Thoregon gefunden. Des Weiteren haben Späherschiffe in der Nähe des Sternenfensters beobachtet, wie Spezial Katamare sich den gigantischen Raumstationen auf Seiten Tradoms nähern. Vermutlich ein Versuch die noch immer existierende Sperre des Sternenfensters aufzuheben. Sollte es den Machthabern Tradoms gelingen die Sperre zu beseitigen, dann wäre der Weg in die Milchstraße für die rund 22.000 Katamare frei

 
Rezension

Das Volk der Pombaren wird ganz gut eingeführt, die Lebens- und Leidensgeschichte von Ikanema Two ist ganz gut lesbar. Woran erinnert mich der Name Ikanema bloß? Vielleicht an "The Girl from Ipanema"??

Johannes Kreis  

   
Inhaltsangabe 2

Auf Jankar wird das Versteck der beiden Galaktischen Schiffe LEIF ERIKSSON und KARRIBO vorbereitet. Die Thermokanonen der LEIF ERIKSSON versiegeln die Wände eines zwei Kilometer durchmessenden und ebenso tiefen Schachtes. Mittels materieprojektiver Elemente mit einer Halbwertszeit von fünf Jahren ohne weitere Energiezufuhr wird die innere Struktur des Hangars gebildet. Bei deaktivierten Energieaggregaten werden beide Schiffe kaum aufzuspüren sein, auch wenn Jankar von den Truppen des Reiches Tradom entdeckt werden sollte.
 
Perry Rhodan macht sich Sorgen um die PHÖNIX. Der Kreuzer mit Gucky und den USO-Katsugos TOMCAT und SHECAT an Bord ist schon eine Woche überfällig. Er macht sich große Sorgen, denn selten hatte er so ein ungutes Gefühl bei einer Sache.
 
Szenenwechsel. Der Landsherr der Pombaren, Ikanema Two, ist alt. Er möchte einen seiner Söhne zu seinem Nachfolger machen. Die Wahl fällt auf den Jüngsten, da das jüngste Kind bei den Pombaren meist das intelligenteste ist. Seine Welt ist eine von vielen in Tradom, die Tribute an das Reich Tradom abführen müssen. Ein Tributkastell erhebt sich über der Hauptstadt des Planeten Pombar. Er hat gerade seine Wahl bekannt gegeben, da stürmen Valenter, die Polizeitruppen von Tradom, den Palast. Sie töten brutal die Wachen und nehmen den Landsherren und seine Kinder gefangen. Sie sollen auf die berüchtigte Folterwelt Sivkadam gebracht werden. Die Anklage lautet auf »Reichsfeindliche Aktivitäten«. Und der Landsherr ist Schuldig. Er beginnt von seiner Vergangenheit zu erzählen, von der Zeit, bevor er Landsherr wurde:
 
Ikanema hatte vor, Galaktische Ökonomie zu studieren und wollte dazu mit einem Transportschiff zu dem Planeten Zaujanji fliegen. Auf dem Flug lernt er die Rishkanische Kara Ascarde kennen. Kurz darauf wird das Schiff von Piraten überfallen, ein Großteil der Insassen niedergemetzelt. Ikanema und Ascarde werden gefangen genommen und müssen als Sklaven für die brutale Kommandantin des Piratenschiffes FESCO, die Prymbo Inckaz, arbeiten. Ikanema wird zum Hilfspiloten gemacht, und als die Besatzung durch die Ausstrahlung einer Schmerzwechte wahnsinnig zu werden droht und das Schiff fast zerstört wird, ist er es, der es in den rettenden Hyperraum steuert. Danach behandeln ihn die Piraten besser. Bald darauf wird die FESCO jedoch von Schiffen der Valenter aufgebracht. Er denkt, dass er nun befreit wird, doch die Valenter behandeln ihn nicht anders als die anderen Piraten. Jedoch wird er nicht getötet. Sie setzen ihn aber, ohne einen weiteren Gedanken an ihn zu verschwenden, auf dem Planeten Aeusen XIV aus – einer Welt, die sich gegen das Reich Tradom aufgelehnt hat und nun angegriffen wird. Die Polizeitruppen sind weit überlegen, doch ist es für Ikanema Two schon unglaublich zu sehen, dass sich überhaupt jemand gegen das Reich Tradom stellt.
 
Auf Jankar entdeckt man unterdessen ein heftig strahlendes energetisches Phänomen. Es scheint sich um den PULS von Tradom zu handeln. Ascari da Vivo entschließt sich, mit der KARRIBO dorthin zu fliegen um den PULS zu untersuchen. Die LEIF ERIKSSON macht sich unterdessen auf die Suche nach der PHÖNIX.

Perrypedia


Kommentar / Computer

Das Reich Tradom (I)

Namensgeber für das Reich Tradom war die große Spiralgalaxie HCG 87A, bei der von der Erde aus nur die Kante, also der Seitenansicht, erkennbar ist, während sich in der Draufsicht die eigentliche Sa-Spiralstruktur offenbart. Von den drei übrigen zur HCG-87-Gruppe gehörenden Sterneninseln sind bislang nur die hiesigen Namen bekannt. Terelanya ist die Tradom direkt benachbarte Galaxie HCG 87121, Terenga entspricht HCG 87C und Irsatur HCG 87D (siehe PR-Kommentar 2107). Tradom, Terelanya und Terenga bilden hierbei eine ziemlich kompakte Dreiergruppe, deren galaktische Zentren nur zwischen rund 200.000 und 300.000 Lichtjahre voneinander entfernt sind, während zwischen Tradom und I rsatur eine Distanz von fast siebzehn Millionen Lichtjahren zu überbrücken ist. Nachdem der Durchflug durch das Sternenfenster gelungen ist, dann aber kein Kontakt zu den Eltanen hergestellt werden konnte und wegen der einseitigen Sperrung des Sternenfensters vorerst auch keine Rückkehr in die Milchstraße möglich ist, hat man bei den Jankaron im vorgelagerten Kugelsternhaufen Virginox einen Stützpunkt gefunden, von dem aus die ersten Expeditionen ausgesandt wurden. Obwohl man inzwischen mit dem Anguela-Idiom die hiesige lingua franca kennt, ist das gewonnene Bild eher ein Flickenteppich einzelner Informationen, die sich nur zögernd zu einem Gesamteindruck ordnen lassen. Versuchen wir dennoch eine Bestandsaufnahme. Die höchste weltliche Instanz ist die Inquisition der Vernunft.
 
Die Völker von Tradom wissen nicht, was die Inquisition ist, wer sie beherrscht, wo genau sie residiert. Sie sind mit dieser Unwissenheit aufgewachsen und kennen es seit Beginn der Tradom-Geschichtsschreibung nicht anders. Die Inquisition beherrscht das Reich Tradom - insbesondere die Galaxie Tradom, die ja nur ein Teil des gesamten Reichs ist. »Grundsätzlich« gibt es Freizügigkeit. Private Initiative ist möglich und wird auch gefordert. Millionen von privaten Handelsschiffen durchqueren die Riesengalaxie und halten einen regen Personen- und Güterverkehr aufrecht. Es können Vermögen gemacht und ebenso verspielt werden. Nicht gern gesehen ist allerdings, wenn Raumschiffe von den offiziellen Schifffahrtslinien abweichen - auch wenn es aus den verschiedensten Gründen selbstverständlich immer wieder vorkommt, beispielsweise wegen einer Änderung des ursprünglichen Ziels, wegen Hyperstürmen, technischer Probleme und dergleichen. Als Polizeimacht ausführendes Organ sind die Valenter. Wird ein Raumer beispielsweise von den Polizeischiffen außerhalb der gängigen Routen angetroffen, muss sich die Besatzung auf peinliche Befragungen und rüdes Verhalten der Polizisten gefasst machen.
 
Die Piraten von Tradom nutzen deshalb selten diese Hauptrouten, sondern erscheinen hier nur, um ihre Beute zu stellen. Im ganzen Reich Tradom scheint Sklaverei ein vertrautes Bild zu sein. Versklavte können sowohl Geschöpfe aus anderen Galaxien sein, die irgendwie in die Hände des Reichs fielen, aber auch hiesige Völker, die zum Beispiel einen misslungenen Aufstand hinter sich haben. Mit hinein spielt hierbei, dass sämtliche Planeten im Reich Tradom zu Tributleistungen verpflichtet sind. Wer nicht in CETradicos, der Einheitswährung des Reichs, zahlen kann, muss es mit Rohstoffen tun - selbst geförderte Bodenschätze, pflanzliche Anbauprodukte oder dergleichen, und die Bevölkerung muss ihre Arbeitskraft einsetzen. Dies ist die mit Abstand billigste Variante, von nicht raumfahrenden Völkern Tribute einzusammeln. Vor allem in den RandgebietenTradoms, fernab der Kernregionen des Reichs und der bedeutenden Planetensysteme, ist ökonomische Wertschöpfung nämlich ein Problem. Bewohnte Planeten gibt es selbstverständlich viele, auch solche mit Bodenschätzen. Sie auszubeuten würde jedoch angesichts der Entfernungen und der Investitionen in die Infrastruktur mehr kosten, als man aus dem Verkauf erlösen kann. In diese Lücke stoßen die COLLECT Fabriken; fliegende Komplexe, deren Kernstück meist eine drei Kilometer hohe, achthundert Meter durchmessende, unregelmäßig ausgeformte Säule ist. Sie sind es, die in den unterentwickelten, zentrumsfernen Sektoren dennoch eine ökonomische Wertschöpfung ermöglichen.
 
Die Fabrik COLLECT 90.40 war beispielsweise in 54 getrennte Sektionen aufgeteilt, die allesamt unabhängig voneinander Rohstoffe aus Bergbau oder Landwirtschaft verarbeiten und in möglichst komprimierter Form lagern konnten. Die Fabrik steuerte in einer gigantischen, permanent abgeflogenen Schleife die 54 der Sektionszahl entsprechenden, wenig entwickelten Welten im Sektor Mintanz an. Alle diese Planeten sind von vergleichsweise primitiven Bevölkerungen bewohnt, die über keinerlei militärische Schlagkraft verfügen. Doch sie gehören zum Reich Tradom - und sind deshalb tributpflichtig. Allerdings rangiert im Reich Tradom Gehorsam über Wertschöpfung! Die Autorität der Reichstruppen darf niemals ungestraft untergraben werden. Dies ist eines der wichtigsten Gesetze, und bei Verweigerung der Befehle wird durchaus einmal eine Planetarbevölkerung vollständig ausgerottet, denn über allem steht die Inquisition der Vernunft... Nicht zuletzt aus diesem Grund sind Technik und Infrastruktur auf den meisten Welten von mikroskopisch kleinen Maschinen infiltriert, die auf Befehl jederzeit tätig werden und die Bevölkerung und ihre Zivilisation weit zurückwerfen können. Dies liegt unter anderem auch daran, dass das durchschnittliche technische Niveau in Tradom sehr viel niedriger ist, als es sein könnte, wie man ja auch an den Katamaren sieht. Es ist offensichtlich, dass wichtige technische Errungenschaften von der Inquisition der Vernunft bewusst nicht mit dem »Pöbel« geteilt werden - denn das würde ja die Überlegenheit des Reiches und seiner Beherrscher in Frage

Rainer Castor

   
NATHAN

 

    
Vorschau

Anhand der Lebensgeschichte von Ikanema Two lässt sich leicht erkennen, dass in der Galaxis Tradom alles andere als paradiesische Zustände herrschen: Brutale Unterdrückung und Willkür prägen das Bild.
Wie der Landesherr von Pombar mit dieser Situation fertig wird und wie er die Entscheidung über sein weiteres Leben fällt, das erzählt Uwe Anton im zweiten Teil seines Doppelbandes. Der Roman erscheint in der
nächsten Woche unter folgendem Titel:
 
GEFANGEN IN DER ZITADELLE

Alle Seiten, Datenbanken und Scripte ©  PR & Atlan Materiequelle (1997 - 2019)