Nummer: 1506 Erschienen: 02.07.1990   Kalenderwoche: Seiten: 64 Innenillus: 1 Preis: 2,20 DM Preis seit 2001 in €:

Eine Welt der Linguiden
Spurensuche im Simban-Sektor - und in der Oase des Friedens
Marianne Sydow

Zyklus:  

22 - Die Linguiden - Hefte: 1500 - 1599 - Handlungszeit: 1169 - 1174 NGZ (4756 - 4761 n.Chr.) - Handlungsebene:

Großzyklus:  06 - Zellaktivatoren / Hefte: 1400 - 1599 / Zyklen: 21 - 22 / Handlungszeit: 1143 NGZ (4035 n.Chr.) - 1174 NGZ (4761 n.Chr.)
Örtlichkeiten: Linguidisches Reich               
Zeitraum: Dezember 1169 NGZ = 4756
Hardcover:
Goldedition:
Leihbuch:
EAN 1:
EAN 2:
Ausstattung:  -
Anmerkungen: 
Besonderheiten: 
"Seite 3"

Im Jahr 1147 NGZ gewinnen die jahrhundertelang unterdrückten Völker der Milchstraße nach erbittertem Ringen ihre Freiheit zurück. Nicht nur die Cantaro und die anderen Hilfstruppen der ominösen Herren der Straßen konnten ausgeschaltet werden, sondern auch die Herren selbst, die sich letztlich als Manifestationen des Monos entpuppten, des Erzfeindes von Perry Rhodan. Inzwischen schreibt man den Dezember des Jahres 1169. Seit dem Sieg über die Monos sind mehr als zwei Jahrzehnte vergangen, und die neue Ära, die mit dem Erwachen des Mondgehirns begann, ist längst angebrochen, und Wiederaufbau und Vergangenheitsbewältigung laufen auf vollen Touren.
 
Für die Träger der Zellaktivatoren beginnt jedoch eine schlimme Zeit. Sie mußten auf Anordnung von ES ihre lebensspendenden Geräte abgeben und erhielten statt dessen eine 62 Jahre lang anhaltende Zelldusche. Bei den Nachforschungen nach zwei Mutanten, die nicht auf Wanderer erschienen, bekommen es Perry Rhodan und die Sucher alsbald mit den Linguiden zu tun, einem relativ jungen Stemenvolk auf der galaktischen Bühne, von dem einige Mitglieder mit geradezu sagenhaften Fähigkeiten ausgestattet zu sein scheinen.
 
Hartnäckiges, unbeirrbares Spurensuchen bringt Perry Rhodan und seine Gefährten schließlich auf EINE WELT DER LINGUIDEN...

 
Die Hauptpersonen
Dorina Vaccer Die Friedensstifterin nimmt Kontakt mit Terranern auf
Balasar Imkord Der Friedensstifter nimmt Kontakt mit Terranern auf
Perry Rhodan Er folgt einer Einladung
Reginald Bull Der Terraner ist äußerst mißtrauisch
Gucky Der Ilt hat ein schlechtes Gewissen

Allgemein
Titelbildzeichner: Johnny Bruck
Innenilluszeichner: Johnny Bruck   
Kommentar / Computer: Kurt Mahr: Galaktische Tendenzen
PR-Kommunikation:
Statistiken:
Witzrakete:
Leserbriefe: Lothar Bauer / Björn Laczay / Kai Wagner / Bernd Grüner / Jost Alpe
LKSgrafik: Carlos Manuel de Jesus Feliciano: Atlan / Gerd Domin: Daarshol
Leserstory:
Rezensionen:
Lexikon - Folge:                            
Glossar:                                                                     
Computerecke:
Preisauschreiben:
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Innenillustrationen

Impressionen
Zeichner:  Johnny Bruck  
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Inhaltsangabe

Anhand von Funksprüchen untersucht Salaam Siin in der HARMONIE die Sprache der Linguiden und stellt fest, daß sie keine eigenen Begriffe für Krieg, Unterdrückung, Betrug, Mord und ähnliches besitzt. Ansonsten unterscheidet sich das Lingo nicht entscheidend von anderen galaktischen Sprachen, so daß die Erfolge der Friedensstifter auf die Wirkung ihrer Persönlichkeit zurückgeführt werden müssen. Die Analyse ergibt außerdem, daß die linguidische Gesellschaft ein locker organisiertes Gemeinwesen ohne ausgeprägte hierarchische Strukturen ist.
Unterdessen geht Dorina Vaccer den Vorfällen auf Compol nach und kommt zu dem Schluß, daß die Galaktiker für den Kima-Verlust Senfro Datalbas und Gerino Vaiders nicht verantwortlich gemacht werden dürfen. In der Überzeugung, daß zu enge Kontakte mit dem Galaktikum die Entwicklung des kleinen linguidischen Reiches gefährden würden, die Neugier der Galaktiker aber gestillt werden müsse, gibt die Friedensstifterin die Weisung aus, den galaktischen Schiffsverband zunächst auf keinem linguidischen Planeten landen zu lassen. Da sich Aramus Shaenor auf Teffon, einem Planeten der von den Blues ursprünglich Zayazza genannten Sonne Sedeider aufhält und daher unerreichbar ist, wendet sich Dorina Vaccer hilfesuchend an Balasar Imkord.
 
Während Atlan mit der KARMINA zu den Blues fliegt, steuern die ODIN, die CIMARRON und die HARMONIE auf der Suche nach einem der zwanzig Friedensstifter das Teshaar-System an, in dem Lingora, die Ursprungswelt der Linguiden, liegt. Man weist die Galaktiker dort, ebenso wie in einigen linguidischen Siedlungssystemen, ab, gibt ihnen aber schließlich die Auskunft, daß Aramus Shaenor auf Teffon anzutreffen sei. Als die drei Schiffe das Sedeider-System erreichen, werden Perry Rhodan und seine Gefährten im Namen Balasar Imkords auf dessen Heimatwelt Drostett eingeladen, die als einziger Planet die Sonne Anira umkreist. Hier macht Dorina Vaccer den Galaktikern deutlich, daß ein Beitritt zum Galaktikum für ihr Volk nicht in Frage komme, weil die dazu notwendigen politischen Strukturen die linguidische Kultur zerstören würden. Außerdem erklärt die Friedensstifterin, Dutzende von Linguiden hätten ihr Kima verloren, als ihr Volk begonnen habe, mit Transitionstriebwerken zu den Sternen vorzustoßen. Das Kima, dessen Verlust nicht nur mit geistigen, sondern auch mit körperlichen Veränderungen einhergehe, sei jedoch nicht mit dem Konzept der Seele vergleichbar, einem Begriff der »Individuellen Realität«, da es, wenn auch nur durch die Möglichkeit, es einzubüßen, beweisbar sei und damit der »Subjektiven Realität« angehöre. Die Linguiden unterteilen die Wirklichkeit in mehrere Ebenen oder Realitäten. Die höchste Ebene ist die »Absolute Realität« oder »Ebene der fehlenden Begriffe«, die das Universum als Ganzes und alles außerhalb von ihm liegende umfaßt und daher den Lebewesen dieses Universums nicht zugänglich ist. Die »Objektive Realität« oder »Ebene der unabänderlichen Begriffe« beinhaltet das Innere des Universums, besteht aus den kosmischen Konstanten und ist daher für alle Intelligenzen gleich. Die »Subjektiven Realitäten« auf der »Ebene der materiellen Begriffe« spiegeln dagegen die Weltsicht der unterschiedlichen Lebensformen wieder. Die Welt der Gedanken, des Glaubens, der Gefühle und der Erfahrungen eines einzelnen Lebewesens bildet dessen »Individuelle Realität« auf der »Ebene der geistigen Begriffe«. Indem sie Salaam Siin von der unausgesprochenen Angst vor einer Rückkehr in seine Heimat befreit, die aus der Befürchtung herrührt, durch den vorübergehenden Verlust seines Gesangsvermögens, seine meisterlichen Fähigkeiten eingebüßt zu haben, beweist Dorina Vaccer, daß ein Friedensstifter durch eine harmonische Kombination von Körpersprache und gesprochenem Wort die durch Assoziationen geprägten Facetten eines Begriffs im Vorstellungsbild eines Individuums verschieben und damit dessen »Individuelle Realität« verändern kann.
 
Balasar Imkord fordert Perry Rhodan auf, ihn auf seinem alljährlichen Lebensweg zu begleiten, und der Terraner wandert an der Seite des schweigenden Friedensstifters durch das rauhe Gebirge Drostetts wortlos zu Imkords Lebensbaum. Durch dieses Erlebnis tief beeindruckt, gewinnt Rhodan den Eindruck, daß die Linguiden ein friedliches und freundliches Volk seien. Auch Gucky, dem Dorina Vaccer seine Schuldgefühle gegenüber Vaider nimmt, entwickelt eine positive Einstellung zu den Linguiden. Reginald Bull hält jedoch an seinem Mißtrauen fest.
Weil Atlan meldet, dort einen Makel der Linguiden entdeckt zu haben, brechen die drei galaktischen Schiffe am 31. Dezember 1169 NGZ nach Teffon auf.

 
Rezension

 

   
Inhaltsangabe 2

Kurzzusammenfassung
Die Friedensstifterin Dorina Vaccer erkennt, dass die Vorfälle mit Senfro Datalba und Gerino Vaider lediglich Unfälle waren. Dennoch hält sie eine Anbindung der Linguiden an das Galaktikum für fatal für ihr Volk. Um den Wissensdurst der Galaktiker dennoch zu befriedigen, laden sie und Balasar Imkord Perry Rhodan und seine Gefährten nach Drostett ein.
 
Dort erläutert Vaccer das linguidische Konzept der verschiedenen Realitäten und demonstriert die Fähigkeiten der Friedenssprecher an Salaam Siin und Gucky. Außerdem begleitet Rhodan Imkord auf seinem jedes Jahr stattfindenden Lebensweg, der zum Kima-Strauch des Linguiden führt und ihm die friedliche Einstellung dieses Volkes verdeutlicht.
 
Einer Nachricht Atlans folgend starten die Galaktiker am 31. Dezember 1169 NGZ zum Sedeider-System.
 
Handlung
Salaam Siin sammelt Funksprüche der Linguiden, mit denen er deren Lingo genannte Sprache analysiert. Dabei stellt sich heraus, dass das Lingo keine Wörter für Lüge, Mord, Krieg oder artverwandte Begriffe kennt. Die Linguiden verwenden, wenn überhaupt, die entsprechenden Ausdrücke direkt aus dem Interkosmo. Im Übrigen unterscheidet sich das Lingo nicht sehr von den anderen Sprachen der galaktischen Lemuriden. Dies legt die Vermutung nahe, dass die Fähigkeiten der Friedensstifter weniger auf der Sprache selbst, sondern vielmehr auf der Persönlichkeit des jeweiligen Sprechers beruhen. Darüber hinaus kann der Ophaler herausfinden, dass die Linguiden in einem lockeren Gesellschaftsverbund leben, an dessen Spitze die Friedensstifter stehen, der ansonsten aber keine größeren Hierarchien aufweist.
 
Im Jergelen-System werden von Dorina Vaccer zur gleichen Zeit die Vorfälle mit Senfro Datalba und Gerino Vaider untersucht. Die Friedensstifterin erkennt, dass der durch die Teleportersprünge ausgelöste Verlust des Kimas bei den beiden Linguiden lediglich Unfälle waren, die die Mutanten aus Unkenntnis heraus verursacht haben. Dennoch erscheint ihr durch diese Ereignisse eine Bindung an das Galaktikum als gefährlich und hemmend für ihr Volk. Daher veranlasst Vaccer, der ODIN, der CIMARRON, der KARMINA und der HARMONIE die Landung auf einem Planeten im linguidischen Reich zu untersagen. Gleichzeitig ist sie davon überzeugt, dass der Wissensdurst der Galaktiker befriedigt werden muss, will man unüberlegte Aktionen verhindern. Vaccer nimmt zur Abstimmung des weiteren Vorgehens Kontakt mit dem Friedensstifter Balasar Imkord auf.
 
Unterdessen teilt sich der kleine Verband der Galaktiker auf. Die KARMINA begibt sich zu den Tentra-Blues, um das dortige Wirken der Linguiden näher zu untersuchen. Die restlichen Schiffe fliegen verschiedene Linguiden-Planeten an, wo Perry Rhodan einen der Friedensstifter zu treffen hofft. Der Weisung Dorina Vaccers folgend, wird den Galaktikern allerdings jeweils die Landung verwehrt. Der Weiterflug zum Teshaar-System mit der linguidischen Heimatwelt Lingora führt zum gleichen Ergebnis. Dort erfahren sie jedoch, dass der Friedensstifter Aramus Shaenor im Sedeider-System auf Teffon zu finden sei. In dem früheren Zayazza-System der Blues werden die Schiffe wiederum umgeleitet, dieses Mal jedoch, um der Einladung von Balasar Imkord zu folgen, der im Anira-System auf die Galaktiker wartet.
 
Auf Drostett werden Rhodan und seine Gefährten von Imkord und Vaccer empfangen. Vaccer vertritt den Galaktikern gegenüber ihren Standpunkt zum Nichtbeitritt der Linguiden zum Galaktikum. Gleichzeitig berichtet sie von zahlreichen Unfällen der Linguiden zu Beginn ihres Raumfahrtzeitalters, bei denen viele ihrer Artgenossen bei der Benutzung von Transitionstechnologie ihr Kima verloren hätten. Die Friedensstifterin widerspricht dem Vergleich des Kimas mit dem, was die Terraner als Seele bezeichnen. Sie versucht, den Besuchern das linguidische Konzept der verschiedenen Realitäten zu verdeutlichen:
 
An oberster Stelle befindet sich die Absolute Realität, die alle Phänomene und äußeren Einflüsse umfasst, auf die sich die Existenz des Universums gründet. Da diese Phänomene und Einflüsse nicht von Wesen erfasst werden können, die selbst Bestandteil dieses Universums sind, ist die Absolute Realität völlig unbekannt. Darunter steht die Objektive Realität, die alle bekannten allgemeingültigen Begriffe umfasst, aus denen sich das Bild des Universums zusammensetzt. Neben Begriffen, die mit den eigenen Sinnen erkannt werden können, werden auch Begriffe für beweisbare, aber nicht ohne technische Geräte oder die Wahrnehmung anderer Lebewesen zugängliche Phänomene verwendet. Zu diesen Begriffen gehören die Lichtgeschwindigkeit und andere kosmische Konstanten, die für alle bekannten Lebewesen gültig sind. Die Subjektive Realität umfasst das, was im Allgemeinen mit Wirklichkeit bezeichnet wird, also das Bild, das von den Sinnen übermittelt und im Wesentlichen von Lebewesen gleicher Abstammung geteilt wird. Die Bedeutung, die den Begriffen der Subjektiven Realität beigemessen wird, hängt vom jeweiligen Standpunkt der unterschiedlichen Arten von Lebewesen ab. Auf dieser Ebene ist die Sprache angesiedelt, die folglich nicht die Wirklichkeit an sich beschreibt, sondern das, was ihre Erfinder dafür halten. Durch Sprache und sprachliche Begriffe entsteht die Individuelle Realität eines jeden Lebewesens, die alles umfasst, was mit den persönlichen Lebensumständen und Erfahrungen einer Person zusammenhängt. Sie beinhaltet die Ebene der Gefühle, Gedanken, Ideen, Phantasie und des Glaubens, also Phänomene, die sich nicht allgemeingültig messen lassen und von jedem Lebewesen anders erlebt werden. Diese Phänomene können die Sicht auf die Subjektive Realität beeinflussen und verzerren. Über den Umweg der Begriffe der Individuellen Realität lässt sich somit die Subjektive Realität manipulieren.
Dorina Vaccer demonstriert die Fähigkeiten der Friedenstifter an Salaam Siin. Der Ophaler fürchtet sich davor, in seine Heimat zurückzukehren, da er durch die erlittene und mittlerweile ausgeheilte Verletzung befürchtet, dass seine Gesangsfähigkeiten nicht mehr das Niveau aus der Zeit vor seinem Unfall erreichen. Vaccer verändert durch geschickten Einsatz der Sprache und ihrer nonverbalen Unterstützung durch die Körpersprache die Individuelle Realität von Siin, der anschließend von seiner unterdrückten Furcht befreit ist. Später wird auf diese Weise auch Gucky von seinen Selbstvorwürfen befreit, die er sich seit dem Unfall mit Gerino Vaider gemacht hatte.
 
Um den Galaktikern das Wesen seines Volkes besser verständlich zu machen, nimmt Imkord Rhodan mit auf seinen Lebensweg, der die Linguiden einmal im Jahr zu ihrem Kima-Strauch, der auch Lebensbaum genannt wird, führt. Die stumme Wanderung führt den Friedensstifter und den ehemaligen Zellaktivatorträger in die raue Gebirgslandschaft des Planeten, bis sie schließlich den Strauch erreichen. Der Frieden und die Harmonie, die Rhodan bei dem Lebensweg empfindet, führen bei dem Terraner zu der Überzeugung, dass es sich bei den Linguiden um ein von Grund auf friedliches Volk handeln muss.
 
Am 31. Dezember 1169 NGZ trifft eine Nachricht Atlans ein, nach der der Arkonide einen »Makel« der Linguiden auf Teffon gefunden habe. Die ODIN, die CIMARRON und die HARMONIE starten daraufhin zum Sedeider-System.

Perrypedia


Kommentar / Computer

Galaktische Tendenzen

Anmerkung: Die Texte liegen vor - die Veröffentlichung jedoch wurde vom Verlag Pabel-Moewig leider untersagt !

Kurt Mahr

   
NATHAN

 

    
Vorschau

Während Perry Rhodan in eine „Oase des Friedens“ eingeladen wird und einen Einblick in die Mentalität der Linguiden erhält, sucht Atlan, derArko-nide, verbissen nach einem dunklen Punkt auf der weißen Weste eben dieses Volkes.
 
Mehr darüber berichtet K. H. Scheer in seinem PR-Roman der nächsten Woche unter dem Titel:
 
DIE INSEL DER MONSTER

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