Nr.6

April 2003

Seiten: 271

Preis: 6,95 €

EAN :

ISBN: 3-453-86534-0

 


Die Zeistadt

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Ernst Vlcek


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Austattung:

Andromeda

1312 NGZ

Andromeda TB-Serie (Band 6)

Enthalten im Sammelband Andomeda

Karte von Rainer Castor: Taupan

Die Hauptpersonen
Perry Rhodan -
Kiriaade -
K'UHGAR -
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Titelzeichner: Oliver Scholl
Glossar: Evoesa / INSHARAM / Mundänen / Segafrendo / S-Zentrant

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Perry Rhodan leidet noch sehr unter den Folgen der Verletzungen, die Takegath ihm zugefügt hat – noch mehr aber macht ihm neben dem erneuten Verlust von Kiriaade die Hoffnungslosigkeit der Situation in Andromeda zu schaffen: Der vom Monochromen-Charandiden-Nukleus aufgebaute Schutz um den Sektor Jessytop ist zusammengebrochen, zwölf S-Zentranten nähern sich dem Attorua-System zusammen mit einer Gorthazi-Flotte und der große Gegner, mit dem man es zu tun hat, ist eine uralte Superintelligenz. Wer würde es dem Residenten verdenken, daß er da gern einfach alles hinschmeißen würde? Aber soweit kommt es natürlich nicht, denn unerwarteterweise manifestiert Kiriaade nochmals in der Zentrale der Journee. Diesmal vereint sie in sich 300.000 Bewußtseine, zahlreiche davon aus dem im Nukleus aufgegangenen Volk der Charandiden (welche ja äußerst sinnesfrohe Zeitgenossen sind...), was sich u.a. darin äußert, daß sie in jedem zweiten Satz „Oh Mann“ sagt. Sie ist eine eigenständige Persönlichkeit, die völlig unabhängig vom Rest des Nukleus agieren kann und ist sich ihres (neuen) Körpers weit mehr bewußt als zuvor, wovon Perry sich später in seiner Privatkabine auf äußerst angenehme Weise überzeugen kann. Während der Nukleus sich nach dem Schock, den er durch den Zusammenbruch des von ihm erzeugten mentalen Schutzfelds erlitten hat, nochmal zusammenrappelt und wenigstens das Attorua-System aus dem Schattenspiegel ausblendet, übernimmt Kiriaade einmal mehr den Schutz der JOURNEE. Perry Rhodan, der nach Kiriaades Erscheinen seine alte Tatkraft und Selbstsicherheit wiedergefunden hat, will sich zum zweiten Mal in die Höhle des Löwen wagen: Nach Taupan.  

Man bricht sofort nach Taupan auf, denn die Zeit drängt. Der Nukleus wird trotz der Verstärkung durch die Charandiden nur noch wenige Tage dem wachsenden Druck widerstehen können, den der Gelbe Meister auf ihn ausübt. Unterwegs zum Machtzentrum des Gegners sprechen PR und Kiriaade sich aus. Nun ist es amtlich: PR liebt Kiriaade, Kiriaade liebt PR. Genauer gesagt: Für Rhodan ist Kiriaade alles, was er sich je erträumt hat, sie vereinigt die Eigenschaften aller Frauen in sich, die er je geliebt hat. Beiden ist natürlich klar, daß diese Beziehung keine Zukunft haben kann, aber das hindert sie nicht daran, eine Liebesnacht in Perrys Kabine zu zelebrieren.

Taupan ist beinahe komplett mit Rüstungsanlagen zugepflastert, außerdem stehen hier die Zeittürme, von denen die temporale Barriere rings um Andromeda erzeugt wird. Nur am Nordpol gibt es ein freies Gebiet mit zehn Kilometern Durchmesser – dort befindet sich die Zeitstadt des Gelben Meisters. Als die JOURNEE sich dieser Region nähert, gehen starke Schockwellen im ultrahochfrequenten Bereichs des hyperenergetischen Spektrums von der Zeitstadt aus und fegen in drei Wellen über den Planeten hinweg. Gleichzeitig reduziert sich das gesamte Energieaufkommen Taupans auf ein Zehntel des ursprünglichen Wertes, alle Gorthazi erstarren dort, wo sie gerade stehen. Zuerst tobt ein Sturm durch die Gorthazi-Einrichtungen, dem zahlreiche dieser Wesen zum Opfer fallen, dann fällt schwarzer Schnee, der kurz darauf zu verschmoren beginnt und großflächige Zerstörungen anrichtet. Zuletzt erscheint eine leblose Vegetation aus einem Material, das wie dünnes, rostiges Metall aussieht, sich überall ausbreitet und im nächsten Moment schon wieder zerfällt – nur um gleich darauf neu zu entstehen. Berechnungen der Wissenschaftler zufolge werden diese Phänomene in sechs bis acht Stunden den ganzen Planeten erfaßt haben. Man nimmt an, daß die Gorthazi danach wieder zu sich kommen werden und der jetzt stillgelegte Rüstungsbetrieb auf Taupan wieder aufgenommen werden wird. PR, Kiriaade, Benjameen da Jacinta und Tess Qumisha wollen diese Frist nutzen, um in die Zeitstadt einzudringen. Kiriaade geht davon aus, daß der Gelbe Meister jetzt alle Kräfte sammelt, um endgültig zu erwachen, und daß er nur noch während dieses Prozesses (wenn überhaupt) angreifbar sein wird.  

Die JOURNEE setzt die kleine Gruppe ab und versteckt sich dann tief im Ozean unter einer schwimmenden Fabrik. Kiriaade hält den Kontakt über das Lasky-Baty-Fanhemd des Maahks Grek-665 ½. Solange der Kontakt besteht, singt nämlich der auf dem Hemd abgebildete Lasky Baty verschiedene Lieder... PR und seine Begleiter nähern sich der Zeitstadt zu Fuß, weil auch der Schwerelose Zug nicht mehr fährt. Sie betreten eine Zone hyperphysikalischer Instabilität, in der lt. Kiriaade alle Fäden des Schattenspiegels zusammenlaufen. Die Zone sieht nach außen hin wie eine Nebelburg aus: Ein kegelstumpfförmiges Gebilde mit 10 km Basisdurchmesser und 10 km Höhe, mit Wänden, die aus rotierenden Nebelschwaden zu bestehen scheinen. Im Inneren finden sie eine Art Observatorium, bei dem es sich vermutlich um den sichtbar gemachten Schattenspiegel handelt. In tieferen Etagen des ansonsten völlig leeren und unbemannten Gebildes, das innen größer zu sein scheint, als es nach außen hin aussieht, stoßen sie auf eine weite, wüstenartige Ebene. Alles, auch der Bahnhof des Schwerelosen Zuges, erweckt den Eindruck unfaßbaren Alters, selbst die Luft riecht ALT. Kiriaade meint, daß diese Landschaft bereits ein Teil des Gelben Meisters ist – d.h. man befindet sich in seinem Inneren, aber noch nicht in seinem Innersten. Als nächstes erreichen die vier eine Stadt, in der alle denkbaren Architekturstile aller denkbaren Zeitalter zusammengewürfelt sind. Die Gebäude wirken seltsam zweidimensional, als seien sie nur als Staffage gedacht. Vor dem Stadttor steht die steinerne Statue eines Mundänen. Genauer gesagt: Es ist ein versteinerter Un-Toter aus diesem Volk, der in einem endlosen Traum (in den Ben, von Kiriaade unterstützt, per Zerotraum eindringen kann) gefangen ist. Mit diesem Traum berichtet er einen Teil des Zyklus der Ewigen, die Chronik der Superintelligenz K’UHGAR. Weitere Statuen von Wesen aus anderen Völkern stehen im Inneren der Stadt. Wir haben es hier mit den schon bekannten Totenstädten von K’u zu tun. Jede Statue repräsentiert einen Heroen aus den verschiedenen Hilfsvölkern K’UHGARS. Jeder hat einen Teil des Zyklus der Ewigen zu berichten und jeder stärkt die Superintelligenz mit seiner Mentalsubstanz. Den gesamten Zyklus der Ewigen bekommt nur derjenige zu hören, der den Ersten, d.h. die älteste aller Statuen findet.  

Auf der Suche nach dem Sitz der Superintelligenz kommen die Vier zunächst nicht weiter, bis sie die Pyhrn entdecken. Diese sehen aus wie rollende Wüstenbüsche und man muß sich schon genau auf sie konzentrieren, um sie wahrnehmen zu können, da sie die Aufmerksamkeit eines Beobachters durch einen hypnosuggestiven Einfluß ablenken. Sie bewachen ein scheinbar besonders wichtiges Bauwerk, das wie ein Stadion aussieht. PR nimmt Kontakt mit ihnen auf und gibt sich als Beauftragter der Kosmokraten aus. Er behauptet, er sei berechtigt, zum Gelben Meister vorgelassen zu werden. Die Pyhrn wollen die Eindringlinge jedoch zunächst prüfen, diese Prüfungen finden in dem Stadion statt. Ben muß einen Kampf gegen ein vielarmiges Wesen austragen, der darin besteht, daß man sich gegenseitig mit Handgranaten bewirft. Ben unterliegt natürlich, da der Kampf aber nur in seinem Kopf stattgefunden hat und nicht real war, geschieht ihm nichts. Es ist auch nicht schlimm, daß er nicht gewonnen hat, denn bei der Prüfung ist es nur auf den Beweis von Kampfgeist angekommen. Die Prüfung war für Ben erfolgreich und zur Belohnung verraten die Pyhrn ihm, welche Statue der Erste ist. Auch Tess, PR und Kiriaade werden später geprüft. Tess durchlebt im Geiste Jahre des Studiums an der sogenannten Heroischen Universität, kann sich hinterher aber an nichts von dem mehr erinnern, was sie dort gelernt hat. PR und Kiriaade werden scheinbar in eine paradiesische Umwelt versetzt, wo sie von selbst darauf kommen müssen, daß nichts davon echt ist.  

Ben klinkt sich in den Zyklus der Ewigen ein und erfährt so die Geschichte des Gelben Meisters, die zugleich die Geschichte von Aufstieg und Fall der Superintelligenz K’UHGAR ist. K’UHGAR ist vor vielen Millionen Jahren in der Galaxis Dubensys aus dem letzten körperlich geborenen Wesen aus dem Volk der K’amaroa hervorgegangen und hatte ursprünglich den Namen Ugar getragen. Die K’amaroa sind Insektoide, die den kollektiven Übergang zu einer körperlosen Existenzform anstreben, den sie Aufeol nennen. Durch Ugars Geburt wurde dieser Prozeß unterbrochen. Schnell wird klar, daß Ugar alle negativen Eigenschaften besitzt, die die friedlichen K’amaroa eigentlich schon hinter sich gelassen haben und daß er darüber hinaus einen bösartigen, aggressiven Charakter hat. Prägend für ihn und für die Superintelligenz, zu der er später wird, ist eine besondere Eigenart Ugars: Er tötet mit Vorliebe Lebewesen, um ihre dann freiwerdenden Seelen zu verschlingen und dadurch seine eigenen Geisteskräfte zu steigern. So macht er es dann auch mit seinem eigenen Vater. Den anderen K’amaroa gaukelt er vor, durch diesen Akt des Kannibalismus sei er geläutert worden und er sei jetzt bereit für das Aufeol. Als die gutgläubigen Artgenossen das Aufeol-Ritual einleiten und ihre Bewußtseine von den Körpern trennen, verschlingt Ugar jedoch auch sie. Er vereinigt somit das gesamte Volk der K’amaroa in sich, wird unsterblich und verfügt über gigantische mentale Kräfte, ist aber noch keine vollwertige Superintelligenz. Er ist zum Gelben Meister geworden. Sein erstes Hilfsvolk sind die kriegerischen Kyntassen, bei denen er einen Heldenkult einführt, der später auch bei allen anderen Hilfsvölkern (die jeweils bevorzugten Völker wechseln immer wieder) zum bestimmenden kulturellen Faktor wird – wir kennen das von den Mundänen, denen Atlan seinerzeit in Segafrendo begegnet ist. Der Gelbe Meister unterwirft zunächst die ganze Galaxis Dubensys und verschlingt auch ein Geisteswesen (Ayamee genannt, evtl. eine Superintelligenz), das bisher dort beheimatet war.  

Den nächsten Schritt, d.h. die Verwandlung in eine Superintelligenz, macht der Gelbe Meister im INSHARAM, wo er alles andere als feinfühlig vorgeht. Er saugt nicht nur die gesamte Psi-Materie auf, die Superintelligenzen dort zur Verfügung steht, sondern auch die Bewußtseinsinhalte von einem Drittel aller Evoesa. Jetzt ist er nicht mehr der Gelbe Meister, sondern eine echte SI: K’UHGAR. K’UHGAR rekrutiert in den Jahrhunderten, Jahrtausenden und Jahrmillionen seit ihrer Entstehung ein Haupt-Hilfsvolk nach dem anderen. Alle sind leidenschaftliche Krieger, bis auf die Pyhrn, welche als Strategen und Statistiker der SI gelten und ihr z.B. die Errichtung der Totenstädte von K’u empfehlen, und die Faii, welche dem Mentaldepot der Superintelligenz die Seelen gefallener Heroen zuführen und die aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten allgemein Seelenfresser genannt werden.  

K’UHGAR schickt sich an, die Mächtigkeitsballungen anderer Superintelligenzen anzugreifen. Dadurch werden die Kosmokraten auf ihn aufmerksam, die ihn mehrmals warnen, nicht zu weit zu gehen, weil sie sonst Gegenmaßnahmen einleiten würden. Als K’UHGAR in Segafrendo einmarschiert und ESTARTU vernichtend schlägt, haben die Kosmokraten allerdings nichts dagegen, denn ESTARTU hat ja ein Thoregon gegründet und dagegen haben die Kosmokraten bekanntlich etwas einzuwenden. Deshalb leisten sie dem Aggressor sogar Hilfe. Als K’UHGAR sich jedoch gegen eine weitere Superintelligenz (VACCERE) wendet, deren Mächtigkeitsballung direkt an diejenige K’UHGARS grenzt, greifen die Kosmokraten zu Gunsten von VACCERE ein. Dutzende von kosmokratischen Walzenschiffen nehmen an einer Entscheidungsschlacht zwischen riesigen Flotten beider Superintelligenzen teil und reiben K’UHGARs Streitmacht auf. Gleichzeitig verändern sie den Gencode der Mundänen, die dadurch nicht nur ihre Kampfeslust, sondern auch ihren Fortpflanzungstrieb verlieren. Die einstmals besten Kämpfer von Dubensys degenerieren mehr und mehr zu Waschlappen und werden mit der Zeit von den Gorthazi abgelöst, deren Qualitäten jedoch bei weitem nicht ausreichend sind, um in K’UHGARS Mächtigkeitsballung für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Gegen K’UHGAR selbst wird so etwas wie ein DEVOLATOR eingesetzt, welcher der SI große Teile der angesammelten Bewußtseinsinhalte und der Psi-Materie aus dem INSHARAM entreißt. Im Rahmen dieser Devolution wird aus der Superintelligenz wieder der (immer noch mächtige) Gelbe Meister.  

In der Zeit des Niedergangs von K’UHGAR kommt es zu schweren Unruhen in Dubensys. Mundänenaufstände binden die Kräfte der Gorthazi, der Nachschub an Raumschiffen und anderem Material versiegt allmählich. Am Ende gibt es praktisch keine Mundänen mehr und dem Gelben Meister bleiben nur noch zwölf S-Zentranten, die er aus allen Konflikten heraushält, um sie nicht auch noch zu verlieren. In dieser Zeit entdeckt einer aus dem Volk der Faii ein seltsames, kegelförmiges Raumschiff, das im All treibt und bis auf einen mumifizierten Raumfahrer völlig verwaist ist. Die Spitze des zehn Kilometer langen Schiffes muß abgesprengt werden, damit man sich Zutritt verschaffen kann. Das Schiff wird zum Planeten Taupan gebracht und dort verankert – alsbald verlegt der Gelbe Meister die Ewigen Totenstädte von K’u in dieses Schiff. Es wird somit zum Sitz des Gelben Meisters. Taupan wird in der Folge zusammen mit 250.000 Gorthazi-Schiffen (Kastuns) und Faii-Kreuzkeulen völlig vom Rest der Galaxis abgeschottet. Um sich dem Zugriff der Kosmokraten zu entziehen, hüllt der Gelbe Meister den Planeten in ein Zeitfeld, in dem ein stark verlangsamter Zeitablauf herrscht. Nur ab und zu stoßen Gorthazi-Einheiten nach draußen vor, um dort Kriegsspiele zu organisieren, damit die Faii anschließend wieder Helden-Seelen aufnehmen und zum Gelben Meister bringen können, der auf diese Weise nach und nach genug Mentalenergie aufnehmen will, um irgendwann einmal wieder den Status einer Superintelligenz zu erlangen. Mit Hilfe des Schattenspiegels sucht er nach anderen Orten im Kosmos, wo er in Ruhe weiter an seinem Wiederaufstieg arbeiten kann. Der Schattenspiegel ist nichts anderes als das Ortungs- und Beobachtungssystem des kegelförmigen Schiffes, das in Dubensys entdeckt worden war. Bei seiner Suche stößt der Gelbe Meister auf die Mächtigkeitsballung von ES, die ja verwaist ist, seit sich die Superintelligenzen in den PULS zurückgezogen haben. Da die Völker der Milchstraße ihm zu stark erscheinen, leitet der Gelbe Meister die Transition des gesamten Planeten Taupan und der Flotte nach Andromeda ein. Die Energie, die er für den Aufbau des Schattenspiegels und der temporalen Barriere benötigt, bezieht er aus den Nachwirkungen der Vernichtung des Sonnensechseck-Transmitters (wir erinnern uns an den MdI-Zyklus) und durch die gezielte Einleitung weiterer Supernovae. Alles verläuft nach Plan: Andromeda wird abgeschottet, die Kastuns erobern die besiedelten Planeten und organisieren Kampfspiele, die Faii führen dem Mentaldepot die Bewußtseinsinhalte der bei diesen Spielen getöteten Kämpfer zu. Der Gelbe Meister muß sich nur noch von den Folgen seine Jahrmillionen währenden Dahindämmerns erholen…  

Da müssen unsere Helden natürlich einschreiten. Tess erinnert sich zu guter Letzt doch noch an etwas, das sie in der Heroischen Universität gehört hat und weiß jetzt, wo sich der Zugang zum Gelben Himmel – dem Innersten des Gelben Meisters – befindet. Da alle vier die Prüfungen der Pyhrn bestanden haben, gestatten diese ihnen den Zugang zum Allerheiligsten. Allerdings können nur PR und Kiriaade es betreten; Ben und Tess müssen versuchen, einige Millionen Faii aufzuhalten, die sich (zweifellos mit Seelen beladen) den Totenstädten nähern. Würden die Faii ihre Seelen-Last beim Meister abliefern, könnte das der letzte Kick sein, den Ugar noch zum Erwachen braucht. Ben und Tess können die Ankunft der Faii nur ein wenig verzögern, dann stellen PR und Kiriaade fest, daß sich die Lücken im Mentaldepot zu schließen beginnen. Die beiden erreichen eine Art Altarraum, wo Ugars immer noch existierender und unzerstörbar wirkender Körper aufgebahrt ist. Rhodan ist hier machtlos, nur Kiriaade kann dem Gelben Meister schaden, indem sie mit geballter mentaler Macht zuschlägt. Da dies gleichbedeutend mit ihrem Ende ist, macht sie Rhodan ein Angebot: Ihre Mentalsubstanz wird wahrscheinlich in den Nukleus zurückkehren. Wenn Rhodan für immer mit ihr zusammenbleiben will, soll er seinen Körper aufgeben und ihr dorthin folgen. Machen wir es kurz: Dazu ist good old Perry nun doch noch nicht bereit. Kiriaade schlägt zu, Ugars schlafender Körper verliert seine Unverwundbarkeit – und den Rest besorgt Rhodan mit bloßen Händen. Durch die Vernichtung von Ugars Körper werden die Bewußtseine der K’amaroa, Ugars wichtigste Kraftquelle, von ihrer Bindung an Ugar befreit und lösen sich von ihm – das ist gleichbedeutend mit dem vollständigen Ende des Gelben Meisters. Nach seinem Ende wird ein Selbstzerstörungsmechanismus in Gang gesetzt, der die Zeitstadt, alle anderen Einrichtungen auf Taupan, den Schwerelosen Zug, sämtliche Gorthazi-Schiffe und S-Zentranten sowie alle Statuen des Gelben Meisters erfaßt. PUFF! Kastuns und S-Zentranten explodieren, die ganze Bedrohung löst sich in Nichts auf.  

PR, Ben und Tess werden von der JOURNEE aus dem Chaos gerettet, das in der Zeitstadt ausbricht. Perry, allein in seiner Kabine und mit seinen selbstquälerischen Gedanken, erhält ein letztes Mal – vielleicht nur auf mentaler Ebene – Besuch von Kiriaade. Sie übermittelt ihm einen Gruß der befreiten K’amaroa, die nun doch noch zu dem Geisteswesen geworden sind, das sie immer sein wollten. Sie versprechen, fortan nur noch Gutes zu tun, um die Schuld zu tilgen, die der Gelbe Meister auf sich und sie geladen hat. Nach der Zeitrechnung, die hinter der sich auflösenden temporalen Barriere gilt, schreibt man den 3. Mai 1312 NGZ.  

Am 20. März 1312 NGZ nach Milchstraßen-Zeitrechnung hebt die JOURNEE von Attorua ab und verläßt Andromeda, ohne noch auf den geringsten Widerstand zu stoßen. Das Zeitfeld existiert nicht mehr. Die Flüchtlingslager auf Attorua werden aufgelöst, Tefroder und Maahks beschließen, beim Wiederaufbau der Galaxis zusammenzuarbeiten. Der Monochromen-Charandiden-Nukleus verschwindet ohne ein Wort des Abschieds ins Unbekannte. Am 29. März 1312 NGZ erreicht die JOURNEE wieder das Sternenfenster. Mit an Bord sind zwei neue Besatzungsmitglieder: Die Tefroderin Raye Corona und der Maahk Grek-665 ½  

Meine Meinung:

Hm. Irgendwie hinterläßt der Abschluß des Spin-Off-Minizyklus einen leicht schalen Nachgeschmack. Liegt es daran, daß der finale Roman mir ein bißchen zusammengestoppelt vorkam? Oder daran, daß der große Feind am Ende ein bißchen sang- und klanglos überwunden wurde, ohne großen Showdown? Oder daran, daß man fast nichts über das weitere Schicksal von Andromeda und den doch recht arg gebeutelten Tefrodern und Maahks erfährt?  

Ernst Vlcek hat nur Teile dieses Romans selbst verfaßt, der Rest ist von Leo Lukas. Ehrlich gesagt kann ich nicht entscheiden, welche Teile jetzt von Vlcek sind und welche von Lukas, aber aufgefallen ist mir wieder einmal, daß immer wieder diese flapsige Umgangssprache verwendet wird – und zwar unabhängig davon, ob ein solcher Ton gerade zur Situation bzw. zu der jeweiligen Person paßt oder nicht. Gut – daß Kiriaade alle zwei Minuten „Oh Mann“ sagt, soll ausdrücken, daß der charandidische Anteil ihrer Persönlichkeit recht groß ist. Aber ein- oder zweimal wäre wirklich genug gewesen. Und das ist ja auch nur ein Beispiel von vielen. Muß man sich auf diese Weise bei einer vermeintlich jüngeren Zielgruppe anbiedern? Wenn die Kids sich generell nicht für PR interessieren, werden sie mit Sicherheit auch nicht durch sowas angelockt, Altleser werden durch diesen Ton eher irritiert.  

Aber egal, insgesamt war ich auch mit dem letzten Band zufrieden, hätte mir allerdings einen größeren Umfang gewünscht. Oder halt einen siebten Band! Dann hätte man sich mehr Zeit für die Auflösung der Geschichte nehmen können. Oder für einen Ausblick darüber, was in Andromeda nach dem Ende des gelben Meisters passiert.  

J. KREIS 03/03

 

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